Vogtländische Tracht

Gestreifte dunkelfarbige lange Röcke, Schürzen, Blusen, Schultertücher, wattierte kurze Jacken, auch Spenzer genannt, sowie die reich geschmückte Buckelhaube – dies beschreibt eine typische feminine Volkstracht, welche sich um 1800 als Festtagsbekleidung in den Dörfern durchsetzte. Gegenwärtig tragen nur noch Heimatvereine, Chöre und Folkloregruppen zur Erhaltung dieses Stücks regionaler Volkskultur bei. 

Vogtländische Mundart

Wenn man im Vogtland unterwegs ist und auf die Sprache der Einheimischen achtet, wird man feststellen, dass es hier keine einheitliche Mundart gibt. Das Vogtländische gliedert sich in vier Untermundarten, die sich mehr oder weniger deutlich voneinander abheben, was man am Beispiel des Wortes Tannenzapfen erkennen kann:

  • Das Kern- oder Mittelvogtländisch (Dreieck Mühltroff-Treuen-Oelsnitz), Begriff: Tannenzapfen = "Zeschen"
  • Das Nord- oder Untervogtländisch (längs der Städtereihe Reichenbach-Mylau-Netzschkau-Elsterberg-Pausa), Begriff: Tannenzapfen = "Tannezapfm"
  • Das Ostvogtländisch (Raum des Göltzschtal von Falkenstein bis Lengenfeld), Begriff: Tannenzapfen = "Kusteln"
  • Das Obervogtländisch (eine Übergangsform zwischen dem Nordbayrischen und Kernvogtländischen, südlich der Linie Werda-Oelsnitz-Bobenneukirchen und Schöneck), Begriff: Tannenzapfen = "Bätz"

Begründet ist dies in den unterschiedlichen Besiedelungsstämmen. Zum einen siedelten im 7. und 8. Jahrhundert Sorben im Gebiet und zum anderen im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung im 11. und 12. Jahrhundert Slawen und Deutsche aus Franken, Thüringen und Sachsen. Zahlreiche Bücher in vogtländischer Mundart lassen den Leser schmunzeln, Trachten- und Mundartgruppen pflegen den Erhalt der „vogtländischen Sprache“.