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Kirche Steinsdorf bei Plauen

Kirche · Vogtland
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  • Peter-Breuer-Altar in der Kirche Steinsdorf
    / Peter-Breuer-Altar in der Kirche Steinsdorf
    Foto: Archiv Stadt Plauen, Dirk Holzmüller
  • / Detail in der Kirche von Steinsdorf bei Plauen
    Foto: futurum vogtland e.V.
  • / Kanzel in der Steinsdorfer Kirche
    Foto: futurum vogtland e.V.
  • / Kirche und Dorfanger von Steinsdorf bei Plauen
    Foto: Tourismusverband Vogtland e.V.
Wenige Kilometer nördlich von Plauen liegt das Kirchdorf Steinsdorf, ein zu Zeiten der Vögte unbedeutender Ort, zusammengewürfelt aus ein paar Bauernhäusern, die das alte Rittergut Steinsdorf umstanden. 1506 gehörte der Ort in den Verwaltungsbezirk des Amtes Plauen. Die Kirche war um 1500 (und bis ins 20. Jahrhundert) eine Filiale von Elsterberg.

...Der wuchtige, gedrungene Turm der um 1400 entstandenen Kirche fällt ins Auge. 1546 als marode identifiziert, erlebte das Gotteshaus die spezifischen baulichen Veränderungen im 17. Jahrhundert. Die farbliche Fassung des Innenraums weist ins ausgehende 18. Jahrhundert. Die gut erhaltene Inneneinrichtung lässt sich unter dem Stichwort „Bauernbarock“ subsumieren: aus Holz gefertigte bemalte Reliefs, Putten, Blumen und Früchte, wobei Fehlstücke im 20. Jahrhundert ergänzt wurden.

Zwischen all dem findet sich ein spätgotischer Kunstschatz ersten Ranges: ein 1497 vom Zwickauer Bildschnitzer Peter Breuer (1472-1541) geschaffener Flügelaltar. Der Breuer-Altar gilt als das älteste und bekannte Werk des Schülers von Tilman Riemenschneider. Von Breuers Hand stammen jedenfalls die Schnitzfiguren im Mittelschrein, während die Altarflügel von einem anderen Künstler gemalt wurden. Das wertvolle Zeugnis vorreformatorischer Frömmigkeitsgeschichte überlebte den protestantischen Bildersturm, wurde indes zweimal erheblich kontaminiert. Um 1700 meinte man, den Altar farblich seiner barocken Umgebung anpassen zu müssen. 1922 legte dann das Landesdenkmalamt in Dresden Hand an und überstrich die als nicht restaurierbar erachteten Ganztafelfiguren mit schwarzer Farbe. Der Sockel des Altarschreins (Predella) wurde 1953 wieder aufgefunden, konnte jedoch nicht mehr vollständig wiederhergestellt werden. Erst mit der 1988 einsetzenden und 1997 abgeschlossenen Restaurierung ist wieder mit Fug von einem Kunstwerk Peter Breuers zu sprechen.

Mittig im Altarschrein steht die Gottesmutter mit dem Kind auf dem Arm. Es ist eine junge Frau, zierlich und mädchenhaft, aber sie steht als gekrönte Mondsichelmadonna der Apokalypse auf dem Halbmond. Auch die sie umgebenden Figuren, die beiden Bischöfe Nikolaus und Martin, wirken vergleichsweise jugendlich. Der wohltätige Martin ist gleich daran erkennbar, dass er seinen Mantel mit dem Schwert teilt. Bei Nikolaus erwartet man die klassische Darstellung mit den drei Goldkugeln, die er einem verarmten Mann zukommen ließ, um seine Töchter vor der Prostitution zu bewahren. Aber wir sehen nur einen Bischof mit Krummstab und Buch in der Hand.

Auf den gemalten Festtagsseiten der Flügel befinden sich die Heiligen Katharina und Barbara, die offenbar in der Region auf jeden ‚guten Altar‘ gehörten! (u.a. in Bernsgrün, Fröbersgrün, Pöllwitz). Katharina von Alexandrien ist zumeist am Schwert erkennbar, mit dem sie schließlich gerichtet wurde, nachdem andere Marterwerkzeuge wie das mit Messern und Nägeln besetzte Rad, das Kaiser Diokletian ersonnen hatte, vom Blitzschlag zerbrochen wurde.

Die Heilige Barbara hingegen trägt als Symbol ihres Martyriums den Turm, in den ihr Vater sie sperren ließ, als er von ihrer Hinwendung zum Christentum erfuhr. Schließt sich der Altar in der Fastenzeit, erscheinen den Gläubigen auf vier Bildfeldern männliche Heilige. Oben links auf der Alltagsseite stehen die beiden Erzapostel Petrus und Paulus einander gegenüber. Paulus trägt das Schwert des Martyriums, während Petrus (mit der spezifischen Stirnlocke) als der erste, von Christus selbst eingesetzte Papst den Schlüssel trägt, der seine Macht anzeigt, auf Erden und im Himmel zu binden und zu lösen. Auf dem unteren Bildfeld, das mittig 1497 bezeichnet wurde, zeigt der heilige Einsiedler Antonius ein Schriftwerk vor, auf das Franz von Assisi, der Begründer des Franziskanerordens, einen Blick wirft, während er seine stigmatisierten Hände (und Füße) zeigt.

Auf der oberen Tafel der rechten Rückseite sehen wir den von Pfeilen durchlöcherten Märtyrer Sebastian. Auch er starb unter dem Christenverfolger Diokletian. Ironischerweise wurde er Schutzheiliger der Schützengesellschaften. Neben ihm steht der Pestheilige Rochus. Er zog als Wanderprediger durch Italien und pflegte die Pestkranken, bis er sich selbst ansteckte. Darunter finden wir Johannes den Evangelisten und Christophorus, der das Christuskind auf der Schulter trägt.

Im Sockel des Altarschreins, der Predella, halten Engel ein Tuch, auf dem das reglose Antlitz Christi zu sehen ist: die „Vera Ikon“, das wahrhaftige (und einzige) Abbild des Herrn, das der Legende zufolge entstand, als Jesus zu Gast bei einer gewissen Veronika war (verballhornt aus „Vera Ikon“), sein Gesicht wusch und es in ein Handtuch drückte. An vielen Orten dieser Welt, u.a. in Siena, wird das „Original“ dieses Tuches gezeigt. Im Vogtland treffen wir gelegentlich auf das flächige Abbild Christi, u.a. in St. Jobst in Rehau, in Theuma, St. Marien in Weißdorf und in der Lutherkirche in Plauen.

Preise:

Die Besichtigung ist kostenfrei. Um Spenden zum Erhalt wird gebeten.

Öffentliche Verkehrsmittel

Anreise mit dem Bus (Linie 40 ab Plauen) möglich. Der nächste Bahnhof befindet sich in Jößnitz. Informationen zur Anreise mit Bus und Bahn erhalten Sie bei der Tourismus- und Verkehrszentrale Vogtland unter www.vogtlandauskunft.de oder telefonisch unter 03744 19449

Anfahrt

B 92 Plauen-Greiz, Abzweig Steinsdorf/Jößnitz

Parken

Im Umfeld der Kirche bestehen in begrenztem Umfang Parkmöglichkeiten zur Verfügung.

Koordinaten

DG
50.562032, 12.131782
GMS
50°33'43.3"N 12°07'54.4"E
UTM
33U 296865 5605051
w3w 
///bekannte.schulleiter.aushalten
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Steinsdorf 14a
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Telefon 03741 521233 Fax 03741 553941

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