Kulturweg der Vögte

Im Auftrag des Kaisers

Der Ursprung der Vögte, denen das Vogtland seinen Namen verdankt, liegt im Dunkel der Geschichte. Es wird angenommen, dass die Familie der Dienstleute des welfischen Königshauses ursprünglich im Norden Thüringens beheimatet war. Bekannt ist, dass die 1122 erstmals erwähnte Ministerialenfamilie von Weida bereits im frühen 12. Jahrhundert vom Kaiser Friedrich Barbarossa in das Gebiet der mittleren und oberen Weißen Elster geschickt wurde, um es als Reichsgut der Krone zu sichern und zu fördern. Bereits um 1200 beherrschte Heinrich II., auch der Reiche genannt, ein Territorium, das sich von Gera/ Ronneburg über Greiz, Plauen und die Ländereien an der Oberen Saale bis zum Regnitzland um Hof und dem Egerland mit Asch und Selb erstreckte. 1343 wurde dieses Gebiet Gebiet in einer Urkunde erstmals »terre advocatorum« genannt. Dieser Name bezog sich jedoch nicht auf ein fest umgrenztes Gebiet, sondern den jeweiligen Besitz der Vögte, »der vogte land«.

Geschichte Machtpolitik

Zu Beginn der Herrschaft Heinrichs II. war Weida die Residenz- und Hauptstadt des Vogtlandes, die dort im späten 12. Jahrhundert erbaute Osterburg bildete das Machtzentrum der Familie. Die Nachkommen Heinrichs II. teilten den Besitz in die Herrschaften Weida, Greiz, Gera und Plauen und vergrößerten das Gebiet durch geschickte Heiratspolitik. Das auch »Heinrichinger« genannte Adelsgeschlecht entwickelte sich zu einer der bedeutendsten politischen und kulturellen Kräfte im mitteldeutschen Raum. Bald stiegen die Vögte in den Herrenstand auf; Kaiser Ludwig der Bayer bestätigte ihnen schon 1329 sogar einen fürstengleichen Rang. Die Vögte gründeten Dörfer und Städte, bauten Burgen und Schlösser, deren wechselvolle Schicksale im Laufe der Zeiten ungewöhnliche und spannende Geschichten erzählen. Auch wenn ihre Herrschaft lange erloschen ist, zeugen die Orte und Bauten von einer einzigartigen Kulturleistung und prägen so bis heute eine historische Landschaft, die es immer wieder neu zu entdecken gilt.

Ein Kulturweg, der Grenzen überschreitet

Das 2016 begonnene, mit EU-Mitteln geförderte Projekt »Kulturweg der Vögte« lädt zu einer grenzüberschreitenden Entdeckungsreise ein, die durch Thüringen, Sachsen, Oberfranken und Böhmen führt. Kirchen, Burgen und Schlösser, Wehranlagen, Marktplätze und Stadtmauern – ein lebendiges Mosaik historischer Stätten an der Weißen Elster und an Eger, Saale und Göltzsch erinnert noch heute an die Vögte und ihre Leistungen im Mittelalter. Von der »Wiege des Vogtlands«, der Osterburg in Weida bis zum Kloster Mildenfurth, von den Greizer Schlössern bis zur Johanniskirche in Plauen, von Barbarossas Kaiserpfalz in Eger bis zum Schloss Burgk ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, das Vogtland neu zu entdecken – für Kultur- und Geschichtsinteressierte, Wanderer und Radfahrer, Familien mit Kindern, Gruppen und Alleinreisende. Dabei gibt es keine festgelegten Routen. Man folgt einfach seinen Neigungen und Interessen – auf dem »Kulturweg der Vögte«.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.kulturweg-der-voegte.eu

  • Burg Mylau, Foto: Michael Hendel

  • Burg Schönfels, Foto: Harald Burkhardt

  • Osterburg Weida, Foto: Jörg Metzner

  • Burgruine Rodewisch, Foto: Ulrich Jugel