Das Land der Vögte

  • Blick auf das Untere und das Obere Schloss in Greiz

Der Landschaftsnamen Vogtland (terra advocatorum) geht auf die im 12. bis 16. Jahrhundert hier herrschenden Vögte von Weida, Gera und Plauen zurück. Um 1180 setzte Kaiser Friedrich I. Barbarossa wurden die ersten Herren mit der Stellung und dem Titel eines Vogtes (advocatorus) als Verwalter seiner östlichen großen Reichswaldgebiete ein. Sie erhielten landesherrliche Befugnisse, die sonst nur Markgrafen bekamen, z.B. die oberste Gerichtsbarkeit und das Lehensrecht. Ihren Stammsitz hatten die Vögte auf der Osterburg in Weida, weshalb die Stadt Weida auch als "Wiege des Vogtlandes" bezeichnet wird.

Ab 1209 nannten sich die Verwalter Vögte von Weida und ab 1244 Vögte von Weida, Gera und Plauen. Die Vogtlinien handelten lange Zeit gemeinsam. Sie traten den Wettinern durchaus als gleichberechtigte Partner gegenüber und im Jahr 1254 tauchte der Begriff Vogtland erstmals in der Geschichtsschreibung auf. Der Bündnisvertrag von 1254 der Vögte mit dem Markgrafen Heinrich von Meißen zeigt, dass sich die Vögte als eigenständige Territorialherren betrachten. Mit Heinrich VI. von Plauen endete 1563 die Herrschaft der Vögte, nachdem dieser das 1559 an den Kurfürsten von Sachsen verpfändete Land nicht mehr einlösen konnte. Die Nachfahren der Vögte zu Weida – die Fürsten Reuß –hinterließen zahlreiche Schlösser und kunstvolle Bauten.

Die Entstehung des Vogtlandes (von Christian Sobeck):

interne Links

Vogtländsiche Mundart

Wenn man im Vogtland unterwegs ist und auf die Sprache der Einheimischen achtet, wird man feststellen, dass es hier keine einheitliche Mundart gibt. Das Vogtländische gliedert sich in vier Untermundarten, die sich mehr oder weniger deutlich voneinander abheben, was man am Beispiel des Wortes Tannenzapfen erkennen kann:

  • Das Kern- oder Mittelvogtländisch (Dreieck Mühltroff-Treuen-Oelsnitz), Begriff: Tannenzapfen = "Zeschen"
  • Das Nord- oder Untervogtländisch (längs der Städtereihe Reichenbach-Mylau-Netzschkau-Elsterberg-Pausa), Begriff: Tannenzapfen = "Tannezapfm"
  • Das Ostvogtländisch (Raum des Göltzschtal von Falkenstein bis Lengenfeld), Begriff: Tannenzapfen = "Kusteln"
  • Das Obervogtländisch (eine Übergangsform zwischen dem Nordbayrischen und Kernvogtländischen, südlich der Linie Werda-Oelsnitz-Bobenneukirchen und Schöneck), Begriff: Tannenzapfen = "Bätz"

Begründet ist dies in den unterschiedlichen Besiedelungsstämmen. Zum einen siedelten im 7. und 8. Jahrhundert Sorben im Gebiet und zum anderen im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung im 11. und 12. Jahrhundert Slawen und Deutsche aus Franken, Thüringen und Sachsen. Zahlreiche Bücher in vogtländischer Mundart lassen den Leser schmunzeln, Trachten- und Mundartgruppen pflegen den Erhalt der „vogtländischen Sprache“.